Urlaub entsteht hier: Ferienwohnungen auf Usedom.

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1917: Badebetrieb auf dem Ostseestrand von Kölpinsee.

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Kölpinsee: Strandleben 1917

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Geschichte des Tourismus auf Usedom

Kaiserliches Gütesiegel

Usedom blickt auf eine lange Geschichte des Tourismus zurück. Bereits zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Menschen auf den außergewöhnlich breiten, feinsandigen Strand zwischen Bansin und Swinemünde aufmerksam. 1823 begann der Badebetrieb in Heringsdorf.

Die ersten Logier- und Gästehäuser entstanden. Schon bald gab es die ersten Hotels, die sich vornehmlich an besonders vermögende Urlaubsgäste wandten.

Es war der Berliner Bankier Hugo Delbrück, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dieAktiengesellschaft Seebad Heringsdorf gründete. 1879 unterzeichnete der Kaiser Wilhelm I. einen Erlass, der Heringsdorf zum Seebad machte.

Als junger Prinz war Wilhelm I. bereits in Heringsdorf. Er wurde gebeten, der noch unbekannten Siedlung einen Namen zu geben und schlug Heringsdorf vor.

Vor- und Hinterpommern

Schon bald war um die ältesten Seebäder Heringsdorf, Misdroy und Swinemünde eine ganze Perlenkette von Seebädern an der Küste der Pommerschen Bucht entstanden. Sie alle partizipierten an der günstigen, geschützten Lage und dem breiten Sandstrand. Was anfänglich nur dem Adel und der Hochfinanz vorbehalten blieb, wurde mit dem Bau wichtiger Eisenbahnlinien schnell für sehr viele Menschen erreichbar.

Vor allem die Eisenbahnlinie Berlin-Swinemünde war für die Entwicklung des Tourismus auf Usedom wichtig. Schnell wuchs die Nachfrage nach Urlaubsquartieren und Hotels, Ferienhäuser und Ferienwohnungen entstanden in reicher Zahl. Die weniger Begüterten fanden Ferienzimmer in den kleineren Seebädern, die Wohlhabenden residierten in luxuriösen Hotels an den Strandpromenaden der bald weithin berühmten Ostseebäder.

Bäderarchitektur

Von der Gründerzeit bis in die späte Kaiserzeit war der bestimmende und für die Seebäder an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns typische Baustil die wilhelminische Bäderarchitektur. Veranden, Erker, viele Giebel, Türmchen — alles war erlaubt, solange es Wohlstand und Pracht symbolisierte.

Heute legen die großen Ostseebäder auf Usedom, wie Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck mit ihren prachtvollen Strandpromenaden Zeugnis dieser Tradition ab. Nur der historisch Interessierte vermag sich vorzustellen, welchen Aufwandes es nach der deutschen Wiedervereinigung bedurfte, die stark verwahrlosten Hotels, Ferienhäuser und Urlaubsresidenzen in alter Pracht wiedererstehen zu lassen.

Zwischen den Kriegen

Der Erste Weltkrieg nahm keinen wesentlichen Einfluss auf das Anwachsen des Tourismus auf der Insel Usedom. Schon kurze Zeit später war der Vorkriegsstand erreicht und neue Ferienhäuser, Pensionen, Hotels und Ferienzimmer wurden gebraucht. Auch die kleinen Seebäder wurden bekannt und begehrt.

Vor allem Künstler erkannten schnell den besonderen Wert der kleineren Seebäder an Usedoms Ostseeküste mit ihrer Ruhe und Nähe zu einer harmonischen Natur. Einige von ihnen kauften Ferienhäuser in den kleineren Seebädern und verbrachten dort ihren Urlaub, manche zogen auch auf die Ostseeinsel.

DDR-Zeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Ferienhäuser, Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen fast vollständig zwangsverstaatlicht. Die parteinahe Einheitsgewerkschaft FDGB übernahm deren Betrieb. Mit der Errichtung der Mauer war ein Reiseverkehr — außer für Privilegierte — nur noch in die Staaten des Warschauer Paktes möglich. Mit Ende der 70er Jahre setzte zudem eine gewisse Erosion der Bündnistreue ein, die ehemalige Reiseziele für den durchschnittlichen Urlauber versperrte.

Umso begehrter wurden die heimischen Urlaubsdestinationen wie Usedom. Neue Urlaubsunterkünfte entstanden, die sich allerdings stark von den vorhandenen unterschieden. Wo ehemdem Pomp und Pracht den Maßstab bildeten, entstanden einförmige Barackenlager, die schon nach wenigen Jahren der Verwahrlosung anheimfielen.

Nach der Wiedervereinigung

1990 fiel es auch ausgewiesenen Optimisten schwer, sich vorzustellen, dass eine völlig verfallene Infrastruktur und Bausubstanz wieder hergestellt werden könnte. Die vor dem Kriege in strahlendem Weiß auf den Ostseestrand blickenden Fassaden der Ferienhäuser waren grau, rissig und durchnässt. Die ornamentierten Fenster der Veranden waren längst durch einfachstes Bilderglas ersetzt und die hölzernen Rahmen faulig, Dächer waren undicht geworden und Holzbalkendecken morsch.

Etwa um 2005 boten die Strandpromenaden der Seebäder auf Usedom ihr ursprüngliches Bild — abgesehen von jenen Ferienhäusern und Hotels, die unrettbar verloren abgebrochen und durch Neubauten ersetzt worden waren. Inzwischen war auch die Infrastruktur modernisiert, zentrale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wurden ebenso selbstverständlich wie Gasanschluss und DSL.