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Reste einer Katapultstartanlage: Abenddämmerung auf dem Peenemünder Haken.

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Peenemünde: V1-Startanlage

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Der Peenemünder Haken — Nordspitze Usedoms

Ganz im Nordwesten der Ostseeinsel Usedom liegt der Peenemünder Haken zwischen Peenestrom, Greifswalder Bodden und Ostsee. Die ausgedehnte Usedomer Halbinsel besteht überwiegend aus Schwemmland und weist keine nennenswerten Erhebungen auf. Um das weite Wiesen- und zum Teil auch Waldland vor der Überflutung zu schützen, ist die Halbinsel fast vollständig von Deichen umschlossen.

1936 lag das abgelegene und kaum besiedelte Gebiet auf Usedom nahezu in der Mitte der weiten Küste des damaligen Deutschen Reiches. Die günstige Lage an der Ostsee und die Abgelegenheit führten zu einer militärischen Nutzung, die weltweit bis dahin keine Entsprechung fand. Von 1937 beginnend — nachdem dieses Usedomer Gebiet von der Stadt Wolgast gekauft worden war — wurden die Heeresversuchsanstalt (Peenemünde-Ost) und die Erprobungsstelle der Luftwaffe (Peenemünde-West) errichtet. Binnen weniger Jahre entstand auf der Inse Usedom ein Industrie- und Forschungskomplex, der der Entwicklung moderner Waffen diente. Wichtigstes Ziel war die Entwicklung einer leistungsfähigen Boden-Boden-Rakete, die V2. Daneben wurden zahlreiche weitere völlig neuartige Waffen, wie Jagdflugzeuge mit Raketentriebwerken, Lenkflugkörper und Robotbomben (V1) entwickelt und zum Teil produziert.

Bekanntester Ort ist ohne Zweifel der Prüfstand VII, von dem am 3. Oktober 1942 erstmals der Flug einer Großrakete gelang. Dieser Entwicklung ging am 21. März 1940 die erfolgreiche Erprobung des Triebwerkes der A4 (V2) mit 25 Tonnen Schub auf dem nahe gelegenen Prüfstand I voraus.

Schon bald wurde die gigantische Anlage auf Usedom von der alliierten Luftaufklärung entdeckt und wiederholt bombardiert. Binnen einiger Wochen wurde der Beschluss gefasst, das riesige Areal zwar weiterhin zu Entwicklungs- und Erprobungszwecken zu nutzen, die Fertigung jedoch an anderen Orten durchzuführen.

Auch nach dem Krieg blieb die Usedomer Halbinsel militärisch genutztes Sperrgebiet. Zunächst richteten sowjetische Marineflieger, später die Luftstreitkräfte der NVA einen Flugplatz ein. Nach der deutschen Wiedervereinigung gab es verschiedene Ideen der Nutzung des Nordens der Insel Usedom. Trotzdem blieben die größten Teile des Gebietes Sperrgebiet, da einerseits Munitionsreste auf der riesigen Fläche nicht geräumt werden konnten und andererseits nunmehr der Vogelschutz ins Blickfeld politischer Entscheidungen rückte.

Heute ist der Peenemünder Haken der Insel Usedom ein großes Flächendenkmal, das an verschiedenen Stellen behutsam entwickelt wird. Gleichwohl ist das Areal erneut Spielball (abwegiger) politischer Interessen. So ist gegenwärtig geplant, ein Teil des Gebietes vom Peenestrom überfluten zu lassen, um eine Ausgleichsfläche für ein andernorts geplantes Kohlekraftwerk zu erlangen. Abgesehen von einem willkürlichen Eingriff in ein seit vielen Jahrzehnten bestehendes Usedomer Biotop und abgesehen von einem unkalkulierbaren Eingriff in die Grund- und Schichtenwasserebenen erscheint diese Entscheidung auch vor dem Hintergrund des Respekts vor der Leistung vergangener Generationen zumindest fragwürdig.

Zahlreiche weitere Informationen über die Waffenentwicklung auf dem Peenemünder Haken finden sich auf urlaubs-insel-usedom.de. www.urlaubs-insel-usedom.de/ ist eine mit 1usedom.de verbundene Website.