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Peenemünde im Inselnorden Usedoms

Die vielleicht wechselvollste Geschichte aller Usedomer Orte weist Peenemünde auf. Das völlig entlegene Fischerdorf im Inselnorden Usedoms wurde 1937 schlagartig seiner Abschiedenheit entrissen, als das Heereswaffenamt entschied, eine Eprobungsstelle für neuartige Waffensysteme zu errichten. Nachdem der Peenemünder Haken erworben war, wurden alsbald die dort ansässigen Usedomer Bauern und Fischer vertrieben und eine jahrelang andauernde Bautätigkeit ließ ein weltweit einzigartiges Areal von Entwicklungseinrichtungen und Produktionsstätten entstehen.

Weithin sichtbar ist das Kraftwerk Peenemünde am Peenestrom, das noch bis 1991 Strom auf das Festland lieferte.

Die Halbinsel wurde schnell gut bewachtes Sperrgebiet, westlich und nördlich von des einzigen Dorfes wurden Häfen angelegt, um Material über den Peenestrom auf die Insel Usedom heran zu transportieren. Im ehemals kleinen, abgeschiedenen Dorf wurde ein großes Kraftwerk, das die Erprobungsstellen (und später auch die Insel Usedom und sogar das nahegelegene Festland) mit Elektroenergie und Fernwärme versorgte, gebaut. Ebenfalls in Peenemünde entstand ein Sauerstoffwerk, um für die entwickelte Mittelstreckenrakete V2 eine Treibstoffkomponente zu erzeugen. Wohl wichtigster Ort auf dem Gelände der Erprobungsstelle des Heeres Peenemünde-Ost war der Prüfstand VII, von dem aus 1942 die erste Großrakete erfolgreich flog.

Auch nach dem Krieg wurde diese Usedomer Halbinsel militärisch genutzt, was auch heute noch leicht zu erkennen ist. Nach der deutschen Wiedervereinigung konnte Peenemünde, das keinen Ostseestrand besitzt, nicht direkt am Tourismus auf Usedom partizipieren. So wundert es nicht, dass der nördlichste Ort auf der Insel Usedom sich als Museumsstandort profiliert. Kern der Museumslandschaft Peenemündes ist das Historisch-Technisches Museum, das die Geschichte der Waffenentwicklung, ihres Einsatzes und der späteren, weltweiten Fortentwicklung nachzeichnet. Das Museum befindet sich im Kraftwerk, das ehedem sowohl die Heereswaffenversuchsanstalt als auch die Luftwaffenerprobungsstelle mit elektrischer Energie versorgte. Das Peenemünder Kraftwerk ist das größte Industriedenkmal Mecklenburg-Vorpommerns.

Das Kraftwerk Peenemünde versorgte die Heereswaffenanstalt mit Elektroenergie. Dort wurde eine Kriegswaffe entwickelt.

Der Hafen von Peenemünde bietet einen interessanten Ausgangspunkt verschiedener Schifffahrten über Peenestrom und Greifswalder Bodden, hin zu den Inseln Ruden, Rügen und Greifswalder Oie. Ein altes sowjetisches U-Boot kann zudem besichtigt werden. Neue Ferienwohnungen entstehen in unmittelbarer Nähe des Hafens am Peenestrom.

Neben der Phänomenta, einer Ausstellung mit vielen Exponaten zum physikalischen Grundwissen, empfehlen sich das Pommersche Bettenmuseum und der Vorplatz des Flugplatzes mit einer Zusammenstellung verschiedener Fundstücke vom Peenemünder Haken auf der Insel Usedom.

Das Kraftwerk ist nicht nur Heimstatt des Historisch-Technische Informationszentrums, sondern auch stimmungsvolle Bühne für Theater und Musik, einem weiteren Kristallisationskern des kulturellen Lebens auf Usedom.

Geheimnisumwittert, historisch interessant aber auch gefährlich — Untergeschoss einer großen Werkhalle im Versuchsserienwerk.

Immer noch ist ein großer Teil der Halbinsel Peenemünder Haken Sperrgebiet — aus gutem Grund. Nicht nur die Tausenden Tonnen Bomben, die auf das Areal herabregneten und nicht alle explodierten, auch kaum sichbare, aber erheblich beschädigte unterirdische Anlagen bilden Gefahren für den Besucher. Auf unserer Partnerseite urlaubs-insel-usedom.de bietet ein Online-Museum die perfekte Möglichkeit, das Gelände auf völlig gefahrlose Weise zu entdecken.

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