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Peenemünde im Inselnorden Usedoms

Reste der Erprobungsstellen von Heer und Luftwaffe: Ruine des Sauerstoffwerkes in Peenemünde.

Die vielleicht wechselvollste Geschichte aller Usedomer Orte weist Peenemünde auf. Das völlig entlegene Fischerdorf im Inselnorden Usedoms wurde 1937 schlagartig seiner Abschiedenheit entrissen, als das Heereswaffenamt entschied, eine Eprobungsstelle für neuartige Waffensysteme zu errichten. Nachdem der Peenemünder Haken erworben war, wurden alsbald die dort ansässigen Usedomer Bauern und Fischer vertrieben und eine jahrelang andauernde Bautätigkeit ließ ein weltweit einzigartiges Areal von Entwicklungseinrichtungen und Produktionsstätten entstehen.

Der Peenemünder Haken wurde schnell gut bewachtes Sperrgebiet, westlich und nördlich von Peenemünde wurden Häfen angelegt, um Material über den Peenestrom auf die Insel Usedom heran zu transportieren. In Peenemünde wurde ein großes Kraftwerk, das die Erprobungsstellen (und später auch die Insel Usedom und sogar das nahegelegene Festland) mit Elektroenergie und Fernwärme versorgte, gebaut. Ebenfalls in Peenemünde entstand ein Sauerstoffwerk, um für die entwickelte Mittelstreckenrakete "V2" eine Treibstoffkomponente zu erzeugen. Wohl wichtigster Ort auf dem Gelände der Erprobungsstelle des Heeres "Peenemünde-Ost" war der Prüfstand VII, von dem aus 1942 die erste Großrakete erfolgreich flog.

Peenemünde-West und Peenemünde-Ost

Auch nach dem Krieg wurde Peenemünde und die Usedomer Halbinsel Peenemünder Haken militärisch genutzt, was auch heute noch leicht zu erkennen ist. Nach der deutschen Wiedervereinigung konnte Peenemünde, das keinen Ostseestrand besitzt, nicht direkt am Tourismus auf Usedom partizipieren. So wundert es nicht, dass Peenemünde sich als Usedomer Museumsstandort profiliert. Kern der Museumslandschaft Peenemündes ist das Historisch-Technische Informationszentrum, das die Geschichte der Waffenentwicklung, ihres Einsatzes und der späteren, weltweiten Fortentwicklung nachzeichnet.

Neben der Phänomenta, einer Ausstellung mit vielen Exponaten zum physikalischen Grundwissen, empfehlen sich das Pommersche Bettenmuseum und der Vorplatz des Flugplatzes mit einer Zusammenstellung verschiedener Fundstücke vom Peenemünder Haken auf der Insel Usedom.

Das Peenemünder Kraftwerk ist nicht nur Heimstatt des Historisch-Technische Informationszentrums, sondern auch stimmungsvolle Bühne für Theater und Musik, einem weiteren "Kristallisationskern" des kulturellen Lebens auf Usedom..

Der Hafen von Peenemünde bietet einen interessanten Ausgangspunkt verschiedener Schifffahrten über Peenestrom und Greifswalder Bodden, hin zu den Inseln Ruden, Rügen und Greifswalder Oie. Ein altes sowjetisches U-Boot kann zudem besichtigt werden.

 

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