Im Südosten der Insel Usedom liegt die Zerninsenke. Das ausgedehnte, zum Teil hügelige, zum Teil flache Land ist überwiegend dicht bewaldet, nach Osten hin jedoch ein kaum zugängliches Moor. Südlich wird das Gebiet vom Golm und von der Bundesstraße 110, im Osten von der deutsch-polnischen Grenze und dem Torfkanal, im Norden vom Zirowberg und im Westen von der Landesstraße 266 begrenzt. Ewtas weiter im Westen schließt sich das Thurbruch an.
Von Osten ragt ein keilförmiges Areal zwischen Zirowberg und Zerninmoor nach Westen, das zu Polen gehört. Dies ist eine Folge der Grenzziehung im Gefolge des Zweiten Weltkriegs, da sich dort das Wasserwerk der zu Polen kommenden Stadt Swinemünde befindet. In jüngeren Tagen hat sich die rasch wachsende Stadt Swinemünde (Swinoujscie) andere Wasserquellen erschlossen. In der Folge wird weniger Wasser aus der Zerninsenke entnommen — der Wasserspiegel steigt und manch Wäldchen versinkt.
Neben kleineren, für ein Moor typischen Tümpeln befinden sich in der Zerninsenke drei Seen: Wolgastsee, Schwarzes Herz und Krebsseee. Alle drei sind einen Besuch unbedingt wert.
Ein kleiner Sandstrand im Wald — der Wolgastsee liegt inmitten eines Buchenwaldes und lädt mit seinem sauberen Wasser zum Baden ein.
Im Westen des Wolgastsees, am Ortsrand von Korswandt, gibt es einen Sandstrand am Wolgastsee. Bei entsprechenden Temperaturen finden sich immer Badegäste ein. Auch können Rudenboote entliehen werden und einen Imbiss gibt es unmittelbar am Strand. Eine Bootsfahrt über den Wolgastsee ist ein schönes Erlebnis: Das Uferpanorama kann vom Wasser aus betrachtet werden.
Urwüchsiges Usedom — ein Rundgang um den Wolgastsee ist ein sehr empfehlenswerter Wanderweg.
Umrundet man den Wolgastsee, so bieten sich viele Abschweifungen
an das Wasser des Sees an. Oft zeigt sich am Ufer mit Blick über den recht großen See die Schönheit dieser Region.
Ein Weiher mitten im Wald — der unaufmerksame Wanderer kann leicht an dem kleinen See vorbeigehen, doch ihm entgeht ein Kleinod.
Etwas weiter in Richtung Osten führt der Wanderweg am Schwarzen Herz
, einem kleinen, idyllischen Waldsee vorbei. Im Frühjahr ist das ufernahe Wasser an manchen Jahren voll von paarungswilligen Fröschen und Kröten — das Zerninmoor ist ein weitgehend intaktes Biotop. So wird der vorsichtige und aufmerksame Wanderer oft interessanten Tieren angesichtig.
Dichter Wald und hohe Farne — der Waldsee Schwarzes Herz
ist ein Idyll. Innerhalb weniger Minuten lässt sich der kleine See mit gebotener Rücksichtnahme auf Pflanzen und Tiere umrunden.
Folgt man dem ansteigenden Weg, der inmitten des Golfplatzes von Korswandt ins Zerninmoor führt, so gelangt man durch einen ausgedehnten Buchenwald an den Krebssee. Zu jeder Jahreszeit bietet der Waldsee ein wunderbares Panorama. Im Frühjahr treffen sich tausende Erdkröten, um sich zu paaren — hier ist Vorsicht bei jedem Schritt erforderlich. Im Herbst ist es die beeindruckende Laubfärbung, die eine Wanderung unbedingt lohnt.
Traumhafter Spätherbst im Süden Usedoms — Blick über den Krebssee südlich von Korswandt.
Im Südwesten der Zerninsenke liegt mitten im Wald jener Krebssee, der nicht mit seinen Namensvettern in der Usedomer Schweiz
verwechselt werden sollte.
Begibt man sich auf den recht gut ausgebauten Forst- und Wanderweg nach Osten, hin zur deutsch-polnischen Grenze, so trifft man auf kleine Senken, in denen winzige Tümpel Lebensräume bieten. In Richtung des die Grenze bildenden Torfkanals wird das Gelände sumpfig, ist aber melioriert.
Senken, Tümpel, Sumpfgebiete im Usedomer Zerninmoor — ein Netz von Forst- und Wanderwegen erschließt das weiträumige Areal.
Eines der größten Biotope der Insel Usedom — das Zerninmoor ist für den Naturfreund ein Quelle reicher Eindrücke und Beobachtungen.
In jüngerer Zeit haben viele Urlaubsgäste der Insel Usedom das Zerninmoor als Ausflugsgebiet entdeckt. Mit dem Aufkommen der elektrischen Fahrräder ist der Aktionsradius gewachsen — oft verhindert die größere Geschwindigkeit jedoch die Wahrnehmung dessen, was diese Landschaft ausmacht.