Im Osten der Halbinsel Gnitz liegt im Achterwasser die Insel
Görmitz. Die knapp zwei Kilometer lange und nicht ganz einen Kilometer breite Insel ist von
den etwa 500 Meter breiten Twelen
vom Gnitz getrennt. Gegenüber liegt
Netzelkow, ein kleines Dorf ganz im Osten der Halbinsel.
Die Görmitz ist in Gänze flaches Land und zum Teil von breiten Schilfflächen umgeben. Dennoch
gibt es kleine Sandstrände.
Ein Rundblick über die Usedomer Insel Görmitz: In der Sekunde 27 ist der Stumpf des Straßendamms zu sehen, in der 49. Sekunde der Bauernhof mit dem rechts daneben liegenden Anlager und etwa in der 58. Sekunde der flache Sandhaken im Südwesten der Insel.
Einst bot die Insel Auskommen für eine Bauernfamilie, die einen Hof nahe der Inselmitte
bewirtschaftete. Später wurde der Hof als Ferienlager genutzt und der Bootsanleger wurde mittels
eines versenkten Schleppkahns erneuert
. Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts
waren Prospektionsarbeiten auf dem Gnitz erfolgreich — es wurden Erdölvorkommen entdeckt.
Bald dehnte man die Suche auch auf die Görmitz aus.
Ein Foto aus dem Jahr 2008 — ein breiter Straßendamm verband die Insel Görmitz mit dem Gnitz.
Mit den ersten Probebohrungen begann auch für die Görmitz ein neues Zeitalter: VEB Erdöl und Erdgas Gommern entwickelte das bescheidene Erdölfeld. So wurden nicht nur viele Kilometer Wirtschaftswege angelegt (das Erdöl wurde mittels LKW abtransportiert), auch manche dörfliche Infrastruktur wurde verbessert. Zur Görmitz wurde ein breiter Straßendamm durch die Twelen gebaut, der schweren Fahrzeugen den Zugang zur Insel schuf.
Mehr oder weniger aufgegeben — der ursprüngliche Bauernhof war das Zentrum eines Ferienlagers, dessen Bungalows zu jener Zeit noch erkennbar waren.
In den 2010er Jahren wurde der Straßendamm als Naturausgleichsmaßnahme abgetragen — die Erdölförderstellen waren versiegt, die Anlagen demontiert. Nun ist die Görmitz nur noch auf dem Wasserweg zu erreichen.